Wanderung im Isarwinkel: zur Tutzinger Hütte

Wanderung im Isarwinkel: zur Tutzinger Hütte

Der Sommer war bisher leider sehr verregnet, so dass die Anzahl der Bergtouren in diesem Jahr noch sehr überschaubar ist. Diese Woche haben wir es mit dem beginnenden Herbst dann doch endlich geschafft und sind von Benediktbeuern auf die Tutzinger Hütte gegangen. Für den Aufstieg haben wir das Lainbachtal gewählt, für den Abstieg dann den Weg über die Eibelsfleck- und Kohlstattalm.

Tutzinger Hütte am Fuß der Benediktenwand

Tutzinger Hütte am Fuß der Benediktenwand

Beide Strecken sind jeweils acht Kilometer lang und von Benediktbeuern aus bis zur Tutzinger Hütte muss man ca. 800 Höhenmeter überwinden. Den Weg über das Lainbachtal mit seinem Wildbach-Lehrpfad fand ich sehr enttäuschend. Wer sich für die unterschiedlichen Varianten von Staustufen begeistern kann, ist hier genau richtig, aber von Wildbach kann keine Rede mehr sein.

Verbauung am Lainbach

Verbauung am Lainbach

Das gesamte Lainbachtal ist eine Leistungsschau deutscher Ingenieurskunst (Ingenieur-Biologie)

Das gesamte Lainbachtal ist eine Leistungsschau deutscher Ingenieuerskunst (Ingenieur-Biologie)

Entsprechend ist der Weg: eine breite Schotterstraße statt Wanderweg. Fast der gesamte Weg bis zur Tutzinger Hütte ist ein Wirtschaftsweg für schwere Fahrzeuge. Nur die letzten ein, zwei Kilometer bis zur Hütte (ab der Talstation der Materialseilbahn) schlängelt sich ein schmaler Pfad in Serpentinen durch den Wald nach oben.

BReite Schotterstraßen statt Wanderwege

Breite Schotterstraßen statt Wanderwege

Für den Abstieg haben wir dann die meiner Ansicht nach schönere Route über die Eibelsfleckalm und Kohlstattalm gewählt. Hier führt der Wanderweg öfter abseits der großen Schotterpiste, z.B. als Pfad über die Wiesen der Eibelsfleckalm.

Die schön gelegene Eibelsfleckalm

Die schön gelegene Eibelsfleckalm

Botanisch war jetzt im Herbst nicht mehr viel geboten. Es blühte noch die Wald-Witwenblume oder auch Wald-Knautie (Knautia dipsacifolia bzw. Knautia sylvatica), der Schwalbenwurz-Enzian (Gentiana asclepiadea) und der Blaue Eisenhut (Aconitum napellus).

Schwalbenwurz-Enzian (Gentiana asclepiadea)

Schwalbenwurz-Enzian (Gentiana asclepiadea)

Blauer Eisenhut (Aconitum napellus)

Blauer Eisenhut (Aconitum napellus)

Rötlicher Gallerttrichter (Tremiscus helvelloides)

Rötlicher Gallerttrichter (Tremiscus helvelloides)

Was die Tour hinauf zur Tutzinger Hütte aber interessant macht, sind die Alpen-Steinböcke, die seit den Sechzigern des letzten Jahrhunderts in der Region um die Benediktenwand leben. Mit etwas Glück kann man die Tiere von der Terrasse der Hütte aus beobachten. Also unbedingt ein Fernglas mitnehmen, auch wenn das etwas mehr Gepäck bedeutet.

Suchbild mit Steinbock an der Benediktenwand

Suchbild mit Steinbock an der Benediktenwand

Die kleine Population von Steinböcken geht auf einen einzelnen Bock zurück, der sich angeblich von den Zentralalpen an die Benediktenwand verirrt hatte und dort geblieben ist. Zu dem Bock hat man dann noch drei Geißen ausgesetzt und aus dieser kleinen Gruppe soll inzwischen eine Herde von 70 Tieren entstanden sein. Die Tiere werden nicht gejagt, so dass sie nicht sehr scheu sind. Mit etwas Glück kann man sie vom Weg aus ganz gut beobachten. Für das Foto wäre ein Teleobjektiv allerdings besser gewesen.

Panorama der Nordseite der Benediktenwand

Panorama der Nordseite der Benediktenwand. Von der Tutzinger Hütte aus gesehen.


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