Die Echte Zwetschge (Prunus domestica)

Die Echte Zwetschge (Prunus domestica)

Inzwischen hat die Zwetschgenzeit begonnen und unsere drei alte Zwetschgenbäume (Prunus domestica) im Garten tragen reichlich Früchte. Das ist nicht jedes Jahr so, denn es gab schon Zeiten, da hatten wir nicht eine Zwetschge an den drei Bäumen. Der Baum gehört in die Familie der Rosengewächse (Rosaceae), die Zwetschge ist dabei eine Unterart der Pflaumen. Sie wird in Europa seit Jahrhunderten kultiviert, so gibt es zahlreiche alte, regionale Sorten. Ich habe keine Ahnung, welcher Sorte die Zwetschgen in unserem Garten angehören, die Früchte sind recht klein, aber zuckersüß. Der langen Pflege als Obstbaum entsprechend ist die Nutzung der Zwetschge als Nahrungs- und Heilmittel sehr vielfältig. Die Früchte werden frisch oder getrocknet gegessen. Außerdem wird aus der Frucht Mus oder Schnaps hergestellt. Am liebsten ist mir aber die Verwendung für Zwetschgendatschi (= Zwetschgenkuchen). Außerden gibt es viele weitere interessante Rezepte für Zwetschgen in der österrreichischen und böhmischen Küche, wie zum Beispiel Zwetschgenknödel. Die blühenden Bäume sind im Frühjahr eine Pracht, sie blühen allerdings nur wenige Tage und meine Vermutung ist, dass das Wetter in diesen Tagen eine entscheidende Rolle spielt, ob es ein gutes schlechtes ZWetschgenjahr wird. Ist das Wetter einigermaßen gut und fliegen die Bienen, gibt es eine reiche Ernte, ist das Wetter eher kalt und regnerisch, fällt die Zwetschgenernte in dem Jahr aus. Eine gute Zwetschgenernte hat allerdings den Nachteil, das man den ganzen Herbst durch viele Wespen im Garten hat, die sich über die gammelnden Früchte in der Wiese her machen. Dr. Ferdinand Müller schreibt in seinem Illustrierten Kräuterbuch über die Zwetschge: Die Früchte dieses Baumes gewähren einen großen Nutzen und werden roh, gekocht, gedörrt und eingemacht...
Die Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii)

Die Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii)

Die Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii) begeistert gleich mehrfach im Jahr: im zeitigen Frühjahr mit ihren strahlendweißen Blüten, die den Strauch förmlich explodieren lassen, mit den dunkelpurpurnen Beeren und später mit einer berauschenden Herbstfärbung. Der 2 bis 5 Meter hohe Strauch gehört mit seinen essbaren Früchten zu den Kernobstgewächsen (Pyrinae) und in die Familie der Rosengewächsen (Rosaceaea). Die Felsenbirne stammt ursprünglich aus Nordamerika, wurde aber schon sehr früh bei uns eingeführt. Der Strauch hat sich im nordwestlichen Europa erfolgreich ausgewildert und gilt inzwischen als Neophyt, also als pflanzlicher Einwanderer. Der Botaniker Jakob Friedrich Ehrhart ordnete im Jahr 1782 die Pflanze erst den Birnen zu, 1789 aber von dem Detuschen Friedrich Kasimir Medikus von diesen wieder abgetrennt. Die Kupfer-Felsenbirne hat ihren Status als eigene Art Amelanchier lamarckii aber erst Mitte den 20. Jahrhundert erhalten, bis dahin wurde sie mit der sehr ähnlichen Kanadischen Felsenbirne, Amelanchier canadensis zusammengefasst. Die Beeren, die bereits im Juli zu reifen beginnen, sind essbar und schmecken süss. Ich hatte sie zwar mal probiert, aber nutzen kann man sie trotzdem nicht: sobald die Beeren einigermaßen reif aussehen, stürzen sich die Vögeln darauf, so dass der Strauch in Kürze abgeerntet ist. Zur Beliebtheit dieses Strauchs in Gärten und öffentlichen Parkanlagen lässt sich vermutlich auf die schöne, kupferfarbene Herbstfärbung zurückführen. Andere Beiträge über Vertreter der Rosaceae Die Echte Mispel (Mespilus germanica) Apfelernte: Jakob Fischer oder Der Schöne vom Oberland Die Himbeere oder auch Mutterbeere (Rubus idaeus) Die Früchte der...
Die Echte Mispel (Mespilus germanica)

Die Echte Mispel (Mespilus germanica)

Die Mispeln (Mespilus germanica) aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) gehören zu den inzwischen fast vergessenen Kulturpflanzen. Von botanischen Gärten abgesehene habe ich bisher nur einmal einen Mispelbaum in einem Garten stehen sehen. Die Früchte sind hart und kaum genießbar, sie benötigen erst einige Frösten oder eine längerer Lagerung bis sie überhaupt genutzt werden können. Wohl mit ein Grund dafür, dass man die Mispel kaum merh findet. Früher war die Mispel durchaus beliebt: Die Früchte wurden für Marmeladen und Gelees verwendet, das Holz des kleinen Baumes für feine Tischlerarbeiten. Außerdem fanden die Mispeln Verwendung in der Gerberei sowie in der Herstellung von Wein und Most. Dr. Ferdinand Müller schreibt in seinem illustrieten Kräuterbuch über die Mispel: Die Mispeln sind nur genießbar, wenn Sie durch Fröste und eine Art Gährung teigig geworden sind, wo sie einen angenehmen, weinsauren Geschmack haben. Mit Zucker, Wein und Butter gedämpft, sind sie eine gute Speise. Rinde, Blätter und Zweige dienen in der Gerberei; die Blätterabkochung zu Klystieren, namentlich in der rothen Ruhr. Der Genuß der Früchte verursacht Verstopfung, weshalb man sie roh gegen Bauchflüsse und Ruhr anwendet. Die Blätter geben ein gutes Gurgelwasser. Ähnliche Artikel Die Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii) Apfelernte: Jakob Fischer oder Der Schöne vom Oberland Äpfel, Äpfel, noch mehr Äpfel Die Himbeere oder auch Mutterbeere (Rubus idaeus) Die Früchte der Eberesche Buchtipp...
Apfelernte: Jakob Fischer oder Der Schöne vom Oberland

Apfelernte: Jakob Fischer oder Der Schöne vom Oberland

Herbstzeit ist Erntezeit. Nach den Zwetschgen sind nun die Äpfel (Malus domestica) dran. Neben einem selbstgepflanzten »Roten Boskoop« haben wir in unserem Garten noch einen weiteren Apfelbaum, von dem ich vermute, dass es sich um die Sorte »Jakob Fischer« handelt. Einen weiteren Namen für die Sorten, den ich gefunden habe, ist Der »Schöne vom Oberland«. Ob sich Oberland hier auf das Oberland von Bayern bezieht kann ich nicht sagen, denn der Apfel stammt eigentlich aus dem Schwäbischen. Apfelsorte Jakob Fischer Sicher bin ich mir bei der Sorte allerdings nicht, aber alle Eigenschaften, die ich über die Sorten »Jakob Fischer« gefunden habe, passen hervorragend auf unseren Apfel. Schöne, große Äpfel mit gelber Grundfarbe, die ins Rote geht. Die Äpfel sind bereits im September reif und fallen leider leicht vom Baum. Sie schemcken hervorragend, wenn sie frisch sind, sie sind nicht sehr haltbar. Nach ca. vier Wochen werden sie erst mehlig, dann matschig. Ähnliche Beiträge Äpfel, Äpfel, noch mehr Äpfel Lesetipp...
Die Himbeere oder auch Mutterbeere (Rubus idaeus)

Die Himbeere oder auch Mutterbeere (Rubus idaeus)

Himbeeren (Rubus idaeus) im Garten sind Fluch und Segen zugleich. Die kleinen, roten, süßen Früchte gehören zum Sommer wie Eis und Badevergnügen. Hat man sie aber einmal gepflanzt, wird man sie kaum mehr wieder los. Überall sprießen neue Triebe der strauchigen Pflanze aus der Erde. Wer das nicht will, muss Himbeeren im Wald selbst sammeln oder noch einfacher, in Schälchen auf dem Markt kaufen. Aber es hat schon was, abends noch durch den Garten zu streifen und an den Himbbersträuchern noch ein paar Früchte zupfen. Die Himbeere oder auch Mutterbeere (Rubus idaeus) Am liebsten esse ich Himbeeren im Garten direkt vom Strauch. Sie werden aber auch gerne für Obstkuchen oder Marmeladen verwendet. Bekannt sind sie auch als Schnaps, dem Himbeergeist. Das Himbeeren einen hohen Gehalt an Vitaminen habe, kann man sich fast denken, aber was ich nicht wusste, Himbeeren haben auch eine starke pharmazeutische Wirkung. Sie wurden früher nicht umsonst auch Mutterbeere genannt: Der Tee, den man aus den Blättern gewinnt, fördert die Wehentätigkeit und soll dadurch die Geburt erleichtern. Aus diesem Grund soll wohl auch der Genuss des Tees in der frühen Phase einer Schwangerschaft vermieden werden. Weitere Wirkungen beschreibt der Botaniker Herrmann Fischer in »Heilung durch die Natur« folgendermaßen: »Himbeerblätter, grün zerstoßen, auf die hitzige Leber und den Magen gelegt, vertreibt die Hitze. Himbeeren, die Blüten klein gestoßen, mit Honig vermengt und übergelegt, sind gegen hitzige Geschwülste der Augen.« Ähnliche Beiträge Rote und Schwarze Johannisbeeren (Ribes rubrum und R. nigrum) Lesetipp...