Heilkraut und Färberpflanze: der Echte Alant (Inula helenium)

Heilkraut und Färberpflanze: der Echte Alant (Inula helenium)

Der Echte Alant (Inula helenium) wurde über Jahrhunderte als Heilkraut, Würzmittel und Fäberpflanze genutzt. Heute ist er allerdings nur noch selten zu finden, meist als Zierpflanze im Garten. Die Pflanze, die zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) gehört, hat dank ihrer vielseitigen Verwendbarkeit zahlreiche regionale Trivialnamen erhalten. Gefunden habe ich zum Beispiel folgende Namen: Alantwurz, Darmkraut, Darmwurz, Edelwurz, Glockenwurz, Großer Heinrich, Helenenkraut, Ordenskopf oder Schlangenkraut. Medizinisch wurde die Wurzel unter der Bezeichnung Helenii radix oder Helenii rhizoma bereits im Altertum genutzt. So beschreiben die Griechen Theophrast und Dioskurides sowie der Römer Plinius die Anwendung der Wurzel bei Atemwegserkrankungen oder bei Störungen im Magen-Darm-Bereich. Eine Art Alantwein wurde im Mittelalter potio Paulina genannt und als Allheilmittel eingesetzt. Neben der medizinischen Verwendung wurde der Alant aber auch als Würzmittel genutzt. Der Echte Alant kann weiterhin zur Farbherstellung genutzt werden. Gemischt mit Teilen der Esche und mit Blaubeeren, das Ganze in Urin eingelegt, soll er einen blauen Farbstoff ergeben. Außerdem ist die Wurzel des Alants Bestandteil bei Räucherritualen. Imker lieben ihn, da er eine hervorragende Bienenweide ist. Dr. Ferdinand Müller schreibt in seinem Illustrierten Kräuterbuch über den Echten Alant: Von dieser Pflanze haben wir die berühmte Alantwurzel, welche im Frühling oder Herbst eingesammelt werden muß, und die sehr stark eigenthümlich gewürzhaft, kampferartig riecht, bitterlich scharf und schleimig schmeckt, in den Officinen in schweren, grauen holzigen Stücken sich findet und in diesem Zustande einen schwach veilchartigen Geruch und milden Geschmack hat. Diese Wurzel enthält flüchtiges, krystallinisches Oel, Weichharz, Wachs, Extractivstoff, Gummi, Satzmehl, Inulin und einige Salze, daher ihre allbekannte kräftigende und auflösende Wirkung auf die Schleimhäute der Lungen. Form und Gabe: Ist besonders in...
Die Dahlie, eine der klassischen Gartenblumen

Die Dahlie, eine der klassischen Gartenblumen

Mit Rosen und Tulpen gehören Dahlien – früher bei uns unter dem Namen Georginen bekannt – zu den klassischen und beliebtesten Gartenblumen. Kaum ein Garten in unserem Kulturkreis, in dem nicht im Sommer die zum Teil sehr barocken und farbintensiven Blütenkugeln zu finden sind. Ihre Karriere begann sie allerdings erst sehr spät mit der Entdeckung Amerikas. Dort entdeckten sie die spanischen Eroberer auf ihren Feldzügen in Mexiko in den prächtigen Gärten der Azteken. Es sollte aber noch mehr als 200 Jahre dauern, bis diese Gartenblume ihren Weg zu uns über den Atlantik fand. Bereits die Azteken im alten Mexiko schätzten die Dahlie als Blume für ihre prachtvollen Gärten. Um so erstaunlicher ist, das es noch gute 200 Jahre dauerte, bis die Pflanze nach Europa gelangte. Der Direktor des Botanischen Gartens von Mexiko Stadt, Vincente Cervantes, sandte Samen – angeblich der Dahlia pinnata – nach Europa. Die nach dem schwedischen Botaniker Andreas Dahl (1751 – 1789) benannte Dahlie blühte daraufhin im Jahre 1791 zum ersten Mal auf europäischem Boden: im Botanischen Garten von Madrid (Real Jardin Botanico de Madrid). Auch Alexander von Humboldt sandte 1804 von seiner Südamerikareise Dahlien-Samen an den Botanischen Garten Berlin. Bereits zwei Jahre später blühten dort 55 Pflanzen. Der Startschuss für einen unaufhaltsamen Siegeszug durch die europäischen Gärten. Der Erfolg ist nicht zuletzt auf die Wandelbarkeit der Blüte in Form und Farbe zurückzuführen. In der Natur kommen in der Gattung Dahlia 27 Arten vor. Alle stammen aus einem Gebiet das sich von Mexiko bis ins zentrale Südamerika erstreckt. Unsere Gartendahlien (Dahlia x hortensis) dürfte viele Eltern aus dem Kreis der ursprünglichen Arten haben. Als zwei sichere...
Süßkraut (Stevia rebaudiana): Süßstoff aus dem eigenen Garten

Süßkraut (Stevia rebaudiana): Süßstoff aus dem eigenen Garten

Süßes ohne Reue genießen? Das verspricht das südamerikanische Süßkraut (Stevia rebaudiana) oder auch Honigkraut. Die aus dem Grenzgebiet von Paraguay und Brasilien stammende Pflanze gehört zu den Korbblütlern (Asteracaea). Ihre Inhaltsstoffe sollen eine bis zu 450-fache Süßkraft gegenüber unserem weißen Zucker haben und dabei weder dick machen noch Karies verursachen. Süßkraut oder Honigkraut (Stevia rebaudiana) Die Einwohner des Ursprungslandes der Stevia kennen und nutzen den natürlichen Süßstoff bereits seit Jahrhunderten. Für Europa entdeckte und beschrieb Ende des 19.ten Jahrhunderts der schweizer Botaniker Moises Giacomo Bertoni das Wunderkraut. Trotz seiner Süßkraft hat die Pflanze aber erst in den letzten Jahren so richtig die Aufmerksamkeit eines breiten Publikums gewonnen. Erst 2011 wurden die für die Süße verantwortlichen Stoffe, die sogenannten Stevioglycoside in der EU zur Verwendung in kleinen Mengen zugelassen. Auch wenn die Vermarktung und Nutzung der ganzen Pflanze wohl noch nicht zugelassen ist, da noch nicht alle Inhaltsstoffe bekannt und als unbedenklich eingestuft sind, gibt es bereits jetzt schon viele Produkte auf Basis der Stevia, die als Alternative zum synthetischen Süßstoff angeboten werden. Kaufen und im eigenen Garten anbauen kann man das Süßkraut aber bereits heute schon. An zahlreichen Ständen von Kräutergärtnereien auf diversen Gartentagen habe ich die Pflanze bereits gesehen. Und wenn man es nicht gleich übertreibt und das ein oder andere Blatt zum Süßen seines Tees verwendet, sollte auch nichts passieren. Eine in einer Studie vermutete mutagene, also genverändernde Wirkung der Pflanze konnte jedenfalls nicht nachgewiesen werden. Buchtipp...
Das Schmuckkörbchen oder Kosmee (Cosmea bipinnata)

Das Schmuckkörbchen oder Kosmee (Cosmea bipinnata)

Eine der klassischen Sommerblumen schlechthin: das einjährige Schmuckkörbchen (Cosmea bipinnata). Die zur Familie der Astern (Asteracea) gehörende Gartenstaude besticht durch ihre filligrane Erscheinung. Wegen ihrer gefiederten Blattform wird sie daher auch Fiederblättrige Schmuckblume genannt. Aus dem lateinischen leitet sich die eingedeutschte Bezeichnung Kosmee ab. Und selbst bei den sonst eindeutigen wissenschaftlichen Namen finden sich gleich mehrere Synonyme wie Cosmos bipinnatus, Bidens formosa oder Coreopsis formosa. Schmuckkörbchen oder Kosmeen (Cosmea bipinnata) Die Kosmeen stammen ursprünglich aus Mittel- und Nordamerika. Sie haben als beliebte Gartenpflanze inzwischen aber die ganze Welt erobert. In ihren Blütenfarben sind sie sehr variabel, die Farben reichen von rein weiß über ein zartes rosa bis hin zu einem kräftigen Pink. Sie können bis zu 2 m hoch werden und sind, zumindest bei mir im Garten, recht anfällig für Wind und müssen meist gestützt werden. Ähnliche Beiträge über Asteraceae Die Herbstaster (Aster novi-belgii) Gemeine Wegwarte (Cichorium intybus) als Kaffeeersatz Heilkraut und Färberpflanze: der Echte Alant (Inula helenium) Typische Sommerstaude: Der Leuchtende Sonnenhut (Rudbeckia fulgida) Lesetipp...
Gemeine Wegwarte (Cichorium intybus) als Kaffeeersatz

Gemeine Wegwarte (Cichorium intybus) als Kaffeeersatz

Die Gemeine Wegwarte bzw. Zichorie oder auch Cichorie (Cichorium intybus) findet heute kaum mehr Beachtung. Wie ihr deutscher Trivialname sagt, wächst sie vor allem an Wegrändern. Kaum zu glauben, aber diese Pflanze hat kaum mehr Ähnlichkeit mit Ihren heutigen Kulturformen, dem Chicorée und dem Raddichio. Besonders schön finde ich aber das Blau ihrer Blüten. Gemeine Wegwarte (Cichorium intybus) Dabei war die Wegwarte oder Zichorie durchaus einmal eine Pflanze mit nicht unbeträchtlicher wirtschaftlicher Bedeutung. Dr. M. Fünfstück schreibt in seinem »Botanischen Taschenatlas« von 1894 über diese Pflanze: … Die ähnlich wie Kaffee geröstete Wurzel dient als Kaffeesurrogat, bildet als solches einen beträchtlichen Handelsartikel und wird namentlich um Magdeburg, in Braunschweig, Hannover, in Thüringen, im Breisgau, in Böhmen, Mähren, Oesterreich, Belgien, Holland und England im Grossen angebaut. Um 1799 brachten zuerst Magdeburger und Braunschweiger Kaufleute Cichorienkaffee (deutschen Kaffee) in den Handel. Zu Anfang unseren Jahrhunderts wurde die erste Fabrik in Deutschland errichtet. 1880 erreichte die Ausfuhr einen Wert von ca. 2,5 Millionen Mark Aber nicht nur die Nutzung als Kaffeeersatz spielte eine Rolle, sondern die Wegwarte wurde auch medizinisch angewendet. Ich habe Hinweise gefunden, dass der Tee zum Beispiel bei Leber-, Milz- und Gallenleiden helfen soll. Umschläge auf die Leber wurden zum Beispiel bei Gelb- und Bleichsucht verordnet (in Herrmann Fischer, Heilung durch die Natur). Lesetipp...