Aus dem Antiquariat: Das große illustrierte Kräuterbuch von Dr. Ferdinand Müller

Aus dem Antiquariat: Das große illustrierte Kräuterbuch von Dr. Ferdinand Müller

Trotz meiner Begeisterung für das Medium Internet muss ich mir doch eine gewisse bibliophile Neigung eingestehen. Neben aktuellen Pflanzen- und Gartenbüchern begeistern mich vor allem alte Bücher. Kürzlich habe ich mal wieder im Antiquariat gestöbert und »Das große illustrierte Kräuterbuch« von Dr. Ferdinand Müller gefunden. Übrigens die 7. Auflage von 1866. Dabei get es mir weniger um eine Sammelleidenschaft, die es zu befriedigen gilt, schon gar nicht um materielle Werte.

Ich habe diese Bücher einfach gerne in der Hand. Es wie bei einem alten Haus oder einem alten Baum: Die Vorstellung, wie lange diese Dinge schon exitieren, finde ich faszinierend. Wie viele Menschen in einem alten Haus lebten, oder wie viele Menschen bereits unter einem alten saßen (z.B. die Tassilolinde), oder wie viele Menschen ein solches Buch bereits in der Hand hielten.

Das große illustrierte Kräuterbuch von Dr. Ferdinand Müller Das große illustrierte Kräuterbuch von Dr. Ferdinand Müller

Oft ist es aber auch die Sprache, die mich begeistert. So bin ich in Dr. Müllers Kräuterbuch bereits in der Einleitung über folgende Sätze gestolpert:

  • Ruhe bedarf der Kranke stets, man störe ihn daher nicht durch Besuche, verschone ihn ganz mit Geschäfts- und Berufsangelegenheiten, und theile ihm noch weniger unangeneheme Sachen mit, sondern halte vielmehr Alles von ihm fern, was ihn aus seiner Ruhe bringen könnte (In Zeiten von Erscheinungen wie Burnout aktueller denn je!)
  • Der menschliche Körper ist eine Verbindung von Gefäßen, die verschieden geordnet, Theile von mancherlei Gestalten, welche sich zu einem harmonischen Ganzen bilden und zu dem mannigfachsten Gebauche dienen.
  • Durch die Verwesung des Körpers gehen alle Theile desselben in Thier- und Pflanzenkörper, aus denen er entstand, über, es erblüht also ein neues Leben aus ihm, und nichts geht in der großen Werkstatt der Natur verloren.

Gut, oder? Da es bei dem Kräuterbuch um eine alphabetische Auflistung von Pflanzen und ihres meist medizinischen Nutzens geht, werden sicherlich noch viele Beispiele dieser schönen Sprache bei den jeweiligen Pflanzen folgen.

Beginn der Vorrede aus dem Kräuterbuch von Dr. Ferdinand Müller Beginn der Vorrede aus dem Kräuterbuch von Dr. Ferdinand Müller

1 Kommentar

  1. Im Vergleich zu dem meisten älteren und neueren Kräuterbücher-Büchern wirklich hervorragend. Auch was die lateinische Namen und Synonyme anbelangt und schon zum Teil mit Homöopathischen hinweisen. Wahrlich ein Maestro el Dotore F. Müller.
    — Anbei meine Bitte, kann mir jemand eine Kopie des Verzeichnisses Seiten 801 – 2 und 823 bis Ende zukommmen lassen? Wäre sehr erfreut. Vielen Dank.
    Nicht schlecht fand ich auch Dr. Tabermontanee Band 1 & 2 von 1664. Der absolute Aufmacher war Das Heilwissen der Indianer, von H. J. Stammel, Wunderlich Verlag 1986, mit Dr. Joachim Exner Beitrag. eMKa

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