Wacholder (Juniperus communis)

Wacholder (Juniperus communis)

Der Wacholder (Juniperus communis) aus der Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae) ist in unserem Kulturkreis eine alte Nutzpflanze. Die Verbreitung des Wacholders reicht von den gemäßigten bis zu den arktischen Zonen Europas, Nordamerikas und Asiens. Trotz dieser weiten Verbreitung gehört der Wacholder inzwischen zu den gefährdeten Arten. Weitere Namen der Pflanze sind z.B. Machandelbaum, Kranewittbaum, Reckholder, Weihrauchbaum, Feuerbaum. Im Jahr 2002 war der Wacholder Baum des Jahres. Der Wacholder wird seit Jahrtausenden vom Menschen genutzt, das belegen z.B. Funde in der Umgebung von Pfahlbauten. Den Germanen galt der immergrüne Strauch als Lebensbaum und noch heute gibt es im bayerisch-österreischen Raum den Brauch, sich bei Wanderungen einen Wacholderzweig an den Hut zu stecken, um die Müdigkeit zu vertreiben. Der Wacholder wird sowohl als Gewürz als auch als Heilmittel genutzt. Zur Verwendung kommen dabei vor allem im Frühjahr die frischen Triebe und später die reifen Beeren. Das feine Holz wird gerne für Schreiner- und Drechslerarbeiten genutzt. Der Wacholder ist wegen seiner wohltuenden Wirkung und seines eigentümlichen Geschmacks eine beliebte Zutat beim Schnaps brennen. So gibt es zahlreiche Schnäpse des Wacholders, so z.B. in Deutschland der Steinhäger, in Holland der Genever und in England der Gin. Über die Heilwirkung des Wacholders schreibt Dr. Ferdinand Müller in seinem Illustrierten Kräuterbuch: Arten: Gemeiner Wacholder (I. communis), nützlicher, allbekannter Strauch, dessen Höhe und Dicke von seinem Standort abhängt; wächst bei uns und im ganzen nödlichen Europa auf trockenen Hügeln, dürren Waidplätzen, an Rainen und dgl., wo er nur 6-12 Dcmtr. hoch wird, während er in gutem lettigen [?] Boden, wo man ihn unter der Scheere hält, 6-9 Meter erreicht. […] Anwendung: Die Wacholderbeeren sind der nutzbarste...
Die Echte Zwetschge (Prunus domestica)

Die Echte Zwetschge (Prunus domestica)

Inzwischen hat die Zwetschgenzeit begonnen und unsere drei alte Zwetschgenbäume (Prunus domestica) im Garten tragen reichlich Früchte. Das ist nicht jedes Jahr so, denn es gab schon Zeiten, da hatten wir nicht eine Zwetschge an den drei Bäumen. Der Baum gehört in die Familie der Rosengewächse (Rosaceae), die Zwetschge ist dabei eine Unterart der Pflaumen. Sie wird in Europa seit Jahrhunderten kultiviert, so gibt es zahlreiche alte, regionale Sorten. Ich habe keine Ahnung, welcher Sorte die Zwetschgen in unserem Garten angehören, die Früchte sind recht klein, aber zuckersüß. Der langen Pflege als Obstbaum entsprechend ist die Nutzung der Zwetschge als Nahrungs- und Heilmittel sehr vielfältig. Die Früchte werden frisch oder getrocknet gegessen. Außerdem wird aus der Frucht Mus oder Schnaps hergestellt. Am liebsten ist mir aber die Verwendung für Zwetschgendatschi (= Zwetschgenkuchen). Außerden gibt es viele weitere interessante Rezepte für Zwetschgen in der österrreichischen und böhmischen Küche, wie zum Beispiel Zwetschgenknödel. Die blühenden Bäume sind im Frühjahr eine Pracht, sie blühen allerdings nur wenige Tage und meine Vermutung ist, dass das Wetter in diesen Tagen eine entscheidende Rolle spielt, ob es ein gutes schlechtes ZWetschgenjahr wird. Ist das Wetter einigermaßen gut und fliegen die Bienen, gibt es eine reiche Ernte, ist das Wetter eher kalt und regnerisch, fällt die Zwetschgenernte in dem Jahr aus. Eine gute Zwetschgenernte hat allerdings den Nachteil, das man den ganzen Herbst durch viele Wespen im Garten hat, die sich über die gammelnden Früchte in der Wiese her machen. Dr. Ferdinand Müller schreibt in seinem Illustrierten Kräuterbuch über die Zwetschge: Die Früchte dieses Baumes gewähren einen großen Nutzen und werden roh, gekocht, gedörrt und eingemacht...
Maroni, die Esskastanie oder auch Edelkastanie (Castania sativa)

Maroni, die Esskastanie oder auch Edelkastanie (Castania sativa)

In dem Ort im Südschwarzwald, wo ich aufgewachsen bin, standen am Waldrand drei Edelkastanien (Castania sativa). Jeden Herbst rösteten wir Kinder die Kastanien, hier in Bayern Maroni genannt, am offenen Lagerfeuer. Es sind diese Erinnerungen, warum mir diese Bäume der Familie der Buchengewächse (Fabaceae) so unheimlich gut gefallen, ich hätte gerne einen solchen Baum im Garten stehen. Allerdings wird mir diese Idee von allen möglichen Leuten immer wieder ausgeredet, denn hier in Oberbayern sei es zu kalt. Letztens habe ich aber im Nachbarort an einer Hauswand in geschützter Lage eine Edelkastanie stehen sehen und die sah nicht so aus, als ob sie in unserem heimischen Klima nicht gedeihen würde. Das letzte Wort ist also noch nicht gesprochen. Die Esskastanien oder Maroni, die es bei uns ab Herbst wieder zu kaufen gibt, dürften meist aus Italien stammen. Es gibt aber auch einige Anbaugebiete in der Schweiz und sogar einzelne natürliche Standorte nördlich der Alpen in Österreich. Wie bei vielen Lebensmitteln, die heute sehr geschätzt werden und als Delikatesse gelten, waren Maroni früher ein ausgesprochenes „Arme Leute“-Essen. Die braun glänzenden Früchte sind dabei vielseitig verwendbar und lieferten oft die Lebensgrundlage für die Bauern abgelegener Täler auf der wärmeren Südseite der Alpen. Am bekanntesten sind sie natürlich geröstet: Jeden Herbst und Winter kann man an fast jeder Ecke der Innenstadt Münchens eine Tüte frisch gerösteter Maroni bekommen. Bekannt ist auch Maronencreme, die es bei uns leider nicht zu kaufen gibt, so dass man sie sich aus Italien mitbringen muss. Am liebsten mag ich Kastanien inzwischen aber in karamelisierter Form als Beilage zum Essen. Die gerösteten Maroni werden dazu in geschmolzenem Zucker geschwenkt...
Myrte oder Brautmyrte (Myrtus communis)

Myrte oder Brautmyrte (Myrtus communis)

Die Myrte, oder auch Brautmyrte (Myrtus communis) stammt aus dem Mittelmeerraum und gehört in die Familie der Myrtengwächse (Myrtaceae). Der immergrüne, mit kleinen Blättern reich belaubte Strauch kann eine Höhe bis zu 5 Metern erreichen. Die Pflanze ist leider nur bedingt winterhart und muss bei uns im Winter entsprechend vor Kälte geschützt werden. In dem Buch Kübelpflanzen – Der Taum vom Süden von den beiden Autoren Köchel ist eine Temperatur von -6 Celsius angegeben, bis zu der der Strauch unbeschadet überlebt. Ab -13 bis -15 Celsius ist die Pflanze tot. Die Myrte eignet sich zur Pflege als Kübelpflanze für den Balkon oder die Terrasse und für den Wintergarten. Die Myrte ist eine Pflanze mit großer Symbolkraft. Sie wird seit dem Altertum kultiviert und gilt als Symbol für Lebenskraft, Reinheit und Jungfräulichkeit. Im alten Griechenland war sie der Liebesgöttin Aphrodite geweiht. Der Myrtenzweig ist bei einer Hochzeit für die Braut noch heute ein beliebtes Accessoire. Die Blätter der Myrte enthalten zahlreiche ätherische Öle. Sie dient in der Naturheilkunde der Behandlung von Atemwegserkrankungen und soll zudem appetitanregend wirken. Dr. Ferdinand Müller schreibt in seinem Illustrieten Kräuterbuch über die Verwendung der Myrte: Den Alten galt sie als Symbol der Jugend und Schönheit, und die Venus hatte unter dem Namen Venus Myrta einen eigenen Altar. Bis auf den heutigen Tag gilt ein Myrtenkranz als die schönste Zierde auf dem Haupte der jungfräulichen Braut. Über die medizinische Anwendung der Myrte schreibt er: Blätter und Früchte wirken (erstere abgekocht) tonisch-reizend, und sind gut bei Diarrhöen, Blenorrhöen, passiven Blutflüssen, Wassersuchten etc. Wenn man die Beeren mit Wein übergießt, so erhält man ein gutes, magenstärkendes Mittel. Den...
Die Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii)

Die Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii)

Die Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii) begeistert gleich mehrfach im Jahr: im zeitigen Frühjahr mit ihren strahlendweißen Blüten, die den Strauch förmlich explodieren lassen, mit den dunkelpurpurnen Beeren und später mit einer berauschenden Herbstfärbung. Der 2 bis 5 Meter hohe Strauch gehört mit seinen essbaren Früchten zu den Kernobstgewächsen (Pyrinae) und in die Familie der Rosengewächsen (Rosaceaea). Die Felsenbirne stammt ursprünglich aus Nordamerika, wurde aber schon sehr früh bei uns eingeführt. Der Strauch hat sich im nordwestlichen Europa erfolgreich ausgewildert und gilt inzwischen als Neophyt, also als pflanzlicher Einwanderer. Der Botaniker Jakob Friedrich Ehrhart ordnete im Jahr 1782 die Pflanze erst den Birnen zu, 1789 aber von dem Detuschen Friedrich Kasimir Medikus von diesen wieder abgetrennt. Die Kupfer-Felsenbirne hat ihren Status als eigene Art Amelanchier lamarckii aber erst Mitte den 20. Jahrhundert erhalten, bis dahin wurde sie mit der sehr ähnlichen Kanadischen Felsenbirne, Amelanchier canadensis zusammengefasst. Die Beeren, die bereits im Juli zu reifen beginnen, sind essbar und schmecken süss. Ich hatte sie zwar mal probiert, aber nutzen kann man sie trotzdem nicht: sobald die Beeren einigermaßen reif aussehen, stürzen sich die Vögeln darauf, so dass der Strauch in Kürze abgeerntet ist. Zur Beliebtheit dieses Strauchs in Gärten und öffentlichen Parkanlagen lässt sich vermutlich auf die schöne, kupferfarbene Herbstfärbung zurückführen. Andere Beiträge über Vertreter der Rosaceae Die Echte Mispel (Mespilus germanica) Apfelernte: Jakob Fischer oder Der Schöne vom Oberland Die Himbeere oder auch Mutterbeere (Rubus idaeus) Die Früchte der...