Gemeiner oder Echter Lein (Linum usitatissimum)

Gemeiner oder Echter Lein (Linum usitatissimum)

Der Gemeine oder Echte Lein (Linum usitatissimum) aus der Familie der Leingewächse (Linaceae) gehört zu den Pflanzen, die früher einmal sehr wichtig waren, heute aber etwas in Vergessenheit geraten sind. Diese jahrtausende alte Kulturpflanze wird auf vielfältigste Weise genutzt: als Ölpflanze (Öllein), als Lieferant für Fasern (Faserlein) und auch als Heilkraut. Andere Namen der Pflanze sind Flachs, Glix, Haarlinsen oder Leinsamen. Vom Lein gibt es keine echte Wildform, es finden sich lediglich nur ausgewilderte Formen. Die Herkunft der Pflanze lässt sich vermutlich auf den Wildlein (Linum bienne) zurückführen, der aus dem Gebiet der heutigen Osttürkei, des Irans, Syriens und Ägyptens stammt. So alt wie die dort nachgewiesenen ersten Hochkulturen der Menschheit ist auch die Nutzung des Leins: über 7.000 Jahre! Als erstes wurden wohl die Fasern der Pflanze zur Herstellung von Stoffen genutzt. Später wurde dann auch das Öl genutzt, das aus den Leinsamen gewonnen wird. Der Lein breitete sich vermutlich schon in der Steinzeit über ganz Europa aus und erreichte selbst Irland und Schottland im Jahr 2.000 vor Christi. So konnten Samen der Pflanzen z.B. in der Umgebung von Pfahlbauten an verschiedenen Seen im Alpenraum gefunden werden. Ab dem Mittelalter wird der Lein auch als Heilpflanze geführt. Das Öl des Leinsamens findet Verwendung als Speiseöl und als Bindemittel für Farben. In Dr. M. Fünfstücks Botanischem Taschenatlas wir die Nutzung der Leinpflanze folgendermaßen zusammengefasst: Der Lein (Flachs) ist schon in vorgeschichtlicher Zeit als Gespinnstpflanze gebaut worden und noch heute [1894] eine wichtige Kulturpflanze. Die Samen sind reich an fettem Oel (Leinöl) und offizinell. Und natürlich beschreibt auch Dr. Ferdinand Müller in seinem Illustrierten Kräuterbuch den Lein sehr ausführlich: Arten:...
Der Echte Ysop (Hyssopus officinalis)

Der Echte Ysop (Hyssopus officinalis)

Der Echte Ysop (Hyssopus officinalis) ist eine alte Heilpflanze. Der Halbstrauch gehört in die Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Der Name Ysop lässt sich aus dem Hebräischen ableiten und findet wohl in der Bibel schon Erwähnung. Bei uns wird der Ysop bereits seit dem 16. Jahrhundert als Gewürz- und Heilkraut verwendet, er trägt im Volksmund daher viele andere Namen wie: Bienenkraut, Eisenkraut, Essigkraut oder Josefskraut. Die Pflanze stammt ursprünglich aus dem südöstlichen Mittelmeerraum, hat sich bei uns inzwischen ausgewildert und zählt damit zu den Neophyten, den eingewanderten Pflanzen. Der Ysop ist ein starkes Würzkraut und findet frisch Verwendung in Salaten oder als Zusatz im Gemüse. Getrocknete Pflanzen verlieren dagegen sehr schnell ihr Aroma und eignen sich nicht zur Aufbewahrung. Wie viele andere Lamiaceae ist der Ysop reich an ätherischen Ölen ist. Ihm wird eine starke Heilkraft bei Beschwerden wie Ohrensausen, Atembeschwerden und Zahnweh zugesprochen. Beliebt ist er bei Imkern, denn der Ysop gilt als gute Bienenweide, also als gute Futterpflanze für Bienen. Bei einer alten Heilpflanze findet sich natürlich auch ein Eintrag im Illustrierten Kräuterbuch von Dr. Ferdinand Müller: Riecht auch getrocknet sehr stark gewürzhaft, schmeckt bitterlich aromatisch, enthält viel ätherisches Oel, fettes Oel, Gerbstoff, ein bitteres Subalkaloid. Wirkt zusammenziehend, reizend und belebend, namentlich auf den Unterleib und die Brust und ist auch wurmwidrig; wird daher angewendet bei Lungen- und Darmverschleimnmung , Wurmbildung, allgemeine Schwäche und Erschlaffung der Organe, heftigen Schweißen der Schwindsüchtigen, Verlängerung des Zäpfchens, bei angeschwollenem Zahnfleisch und Mandeln in Folge reiner Schwäche. Etwas später wird über die Heilkraft des Ysop berichtet: Mittel, das einen Herrn kurierte, der eine Zeit lang sehr viel Blut auswarf und in Folge...
Salvia officinalis, der Heil- oder Gartensalbei

Salvia officinalis, der Heil- oder Gartensalbei

Ähnlich wie bei der Zitronenmelisse ist beim Gartensalbei nicht ganz klar, wem wir diese Arzneipflanze zu verdanken haben: den Griechen, Römern oder Arabern. Sicher ist nur, dass sie aus dem Mittelmeerraum stammt und in unserem Kulturkreis seit Jahrhunderten als Heilpflanze genutzt wird. Der mehrjährige, krautige Gartensalbei gehört zu der großen Gattung Salvia mit fast 1.000 Arten. Die Vertreter dieser Gattung verteilen sich über die gesamte Erde. Sie gehören wiederrum zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Eine sehr häufige Eigenschaft der Lippenblütler ist der hohe Gehalt an ätherischen Ölen, so auch bei den Mitgliedern der Gattung des Salbei. Unser Gartensalbei ist daher eine altbekannte Arzneipflanze. Der bei uns heimische Wiesensalbei (Salvia pratense) enthält dagegen nur sehr wenig dieser leicht flüchtigen Öle und spielt als Heilpflanze keine Rolle. Medizinisch eingesetzt wird der Salbei zur Eindämmung von Entzündungen, so wirkt der Tee dieser Pflanze lindernd bei Halsschmerzen. Größere Bedeutung hat das Kraut als Gewürz in der Küche. Es ist Bestandteil vieler Fleischgerichte, da es bei sehr fettigem Fleisch wohltuend auf den Magen wirkt. Die Freunde der italienischen Küche kennen den Salbei vor allem als Zutat bei dem Gericht »Saltimbocca (wörtlich: Spring in den Mund)«: Kalbsschnitzel werden mit Parma-Schinken und einem Blatt Salbei verfeinert. Der Gartensalbei ist eines der wenigen Gewürze, deren Aroma beim Trocknen noch intensiver wird, getrocknete Blätter also sparsam verwenden! Aus dieser großen Gattung stammen aber auch sehr viele schöne Gartenpflanzen. Das Farbspektrum der Blüten reicht von weiß, gelb, rot über violett bis hin zu tiefen Blau. Für Pflanzenliebhaber hat diese Gattung sehr viel zu bieten. Weitere Beiträge über Vertreter der Lippenblütler (Lamiaceae) Der Echte Ysop (Hyssopus officinalis) Zitronenmelisse, eine Heilpflanze,...
Zitronenmelisse, eine Heilpflanze, die schon im Altertum bekannt war

Zitronenmelisse, eine Heilpflanze, die schon im Altertum bekannt war

Ob es letztendlich die Griechen, Römer oder Araber waren, die uns die Zitronenmelisse (Melissa officinalis) gebracht haben, ist den unterschiedlichen Quellen nicht eindeutig zu entnehmen. Eines ist aber sicher: der Mensch nutzt diese Pflanzen schon seit Jahrtausenden. Die Araber sollen die Zitronenmelisse (Melissa officinalis) nach Spanien gebracht haben, von dort fand sie dann ihren Weg zu uns. Andere Quellen beschreiben, dass die Römer das Kraut von den Griechen kennengelernt haben und sie über den gesamten Mittelmeerraum bis zu uns auf die Nordseite der Alpen verbreitet haben. Die Zitronenmelisse ist ein mehrjähriges Kraut, sie wird ca. 80 cm hoch. Sie gehört zur Familie der Lippenblüter (Lamiaceae). Wie viele andere Mitglieder dieser Familie – zum Beispiel der Salbei – enthält sie zahlreiche ätherischen Öle, auf welche sich die medizinische Wirkung zurückführen lässt. Ätherische Öle sind sehr flüchtig, so verliert die Zitronenmelisse sehr schnell ihr feines Aroma. Weitere Inhaltsstoffe sind Harze, Bitter- und Gerbstoffe. Weitere Namen der Zitronenmelisse sind Bienenkraut, Honigblatt und Herztrost. Die Anwendungen als Arzneipflanze sind vielfältig und waren in alter Zeit nicht immer sinnvoll. Laut Plinius dem Älteren hilft sie bei Hysterie, Paracelsus setzte sie bei Herzleiden ein. Auch Hildegard von Bingen setzte auf die beruhigende Wirkung des Krauts und trank angeblich jeden Abend »der guten Träume wegen« einen Melissentee. Die beruhigende Wirkung gilt heute als wissenschaftlich anerkannt, darüber hinaus hat die Zitronenmelisse eine entzündungshemmende und antivirale Wirkung. Heute findet die Zitronenmelisse vor allem in der Küche Verwendung. Ihr frisches, nach Zitrone duftendes Aroma verleiht Tees, Bowlen, Likören und Desserts einen feinen Geschmack. Da die Aromen leicht flüchtig sind, sollten nur frische Blätter verwendet werden, am besten direkt aus...
Süßkraut (Stevia rebaudiana): Süßstoff aus dem eigenen Garten

Süßkraut (Stevia rebaudiana): Süßstoff aus dem eigenen Garten

Süßes ohne Reue genießen? Das verspricht das südamerikanische Süßkraut (Stevia rebaudiana) oder auch Honigkraut. Die aus dem Grenzgebiet von Paraguay und Brasilien stammende Pflanze gehört zu den Korbblütlern (Asteracaea). Ihre Inhaltsstoffe sollen eine bis zu 450-fache Süßkraft gegenüber unserem weißen Zucker haben und dabei weder dick machen noch Karies verursachen. Süßkraut oder Honigkraut (Stevia rebaudiana) Die Einwohner des Ursprungslandes der Stevia kennen und nutzen den natürlichen Süßstoff bereits seit Jahrhunderten. Für Europa entdeckte und beschrieb Ende des 19.ten Jahrhunderts der schweizer Botaniker Moises Giacomo Bertoni das Wunderkraut. Trotz seiner Süßkraft hat die Pflanze aber erst in den letzten Jahren so richtig die Aufmerksamkeit eines breiten Publikums gewonnen. Erst 2011 wurden die für die Süße verantwortlichen Stoffe, die sogenannten Stevioglycoside in der EU zur Verwendung in kleinen Mengen zugelassen. Auch wenn die Vermarktung und Nutzung der ganzen Pflanze wohl noch nicht zugelassen ist, da noch nicht alle Inhaltsstoffe bekannt und als unbedenklich eingestuft sind, gibt es bereits jetzt schon viele Produkte auf Basis der Stevia, die als Alternative zum synthetischen Süßstoff angeboten werden. Kaufen und im eigenen Garten anbauen kann man das Süßkraut aber bereits heute schon. An zahlreichen Ständen von Kräutergärtnereien auf diversen Gartentagen habe ich die Pflanze bereits gesehen. Und wenn man es nicht gleich übertreibt und das ein oder andere Blatt zum Süßen seines Tees verwendet, sollte auch nichts passieren. Eine in einer Studie vermutete mutagene, also genverändernde Wirkung der Pflanze konnte jedenfalls nicht nachgewiesen werden. Buchtipp...