Tomaten oder Paradeiser (Solanum lycopersicum)

Tomaten oder Paradeiser (Solanum lycopersicum)

Die Tomaten (Solanum lycopersicum) aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) ist eine der vielfältigsten Gemüse in unseren Gärten. Anderen Name des beliebten Fruchtgemüses sind Paradiesapfel bzw. Paradeiser (in Österreich) oder Goldapfel (= Pomodori in Italien). Dabei hat sich die Tomate sehr viel Zeit gelassen, bis sie nach ihrer Einführung in Europa von der breiten Masse als Gemüse akzeptiert wurde.

Tomate oder Paradeiser (Solanum lycopersicum)

Tomate oder Paradeiser (Solanum lycopersicum)

Die Heimat der Tomate liegt in Mittel- und Südamerika, wo sie bereits von den Azteken und Inkas kultiviert und als Nahrungsmittel geschätzt wurde. Dort wurde sie „Xitomatl“ genannt, aus dem sich bei uns die Bezeichnung Tomate entwickelt hat. Die europäischen „Entdecker“ der Neuen Welt brachten sie im 16. Jahrhundert mit in die Alte Welt, wo sie allerdings lange ein Schattendasein fristete. Das mag vielleicht an ihrer Zugehörigkeit zu den Nachtschattengewächsen liegen, deren Familie ja auch zahlreiche giftige Vertreter zu ihrer Sippschaft zählt.

Die zarten Blüten der Tomate

Die zarten Blüten der Tomate

Angeblich hat sie sich erst in der Zeit des ersten Weltkriegs als Nahrungsmittel für das Volk durchgesetzt, seither hat die Tomate jedenfalls eine wahren Siegeszug durch unsere Gärten angetreten, den sie allerdings wieder zu verlieren droht. Das gilt vor allem für die Vielfalt: So gibt es zahlreiche Sorten, die sich in Aussehen, Größe, Geschmack und Verwendung unterscheiden. Diese Vielfalt ist in den letzten Jahren wieder in Vergessenheit geraten, denn in Supermärkten werden vor allem Sorten angeboten, die schön rot aussehen und lange haltbar sind. Ein schelchteres Image als die im Winter unter Glas gezogene und daher geschmacklose „Hollandtomate“ kann man sich für ein Gemüse kaum vorstellen. Dabei gibt es Tomaten in allen Formen, Farben und Größen und die Pflanze lädt zum Experimentieren im eigene Garten oder auf dem Balkon ein.

Selbstgezogene Tomaten am Strauch

Selbstgezogene Tomaten am Strauch

Die beiden größten Probleme eines erfolgreichen Anbaus von Tomaten sind allerdings der hohe Wärmebedarf der Pflanze und die Abneigung gegen Regen bei einem gleichzeitig hohen Wasserbedarf. Wir haben zwar einen sonnigen und regengeschützten Platz für unsere in Kübeln wachsenden Tomaten, aber man muss vor allem bei Regenwetter daran denken, trotzdem zu gießen (was uns nicht immer gelingt). Ich bin immer noch auf der Suche nach Sorten, die auch im Freiland, also im Beet gedeihen und nicht nach ein paar Regentagen gleich an der Braunfäule eingehen. Einen hohen Ertrag und viele reife Früchte erhält man, wenn man die Tomate frühzeitig vorzieht und später die Seitentriebe in den Blattschseln regelmäßig entfernt, also ausgeizt.

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