John Gould begann zwar als Gärtner, doch seine Leidenschaft war die Ornithologie

Seine Biographie passt nicht so ganz, John Gould beschäftigte sich lieber mit der Vogelwelt als mit Pflanzen hierher. Zwar begann er seine Karriere als Gärtner, aber später machte er seine Leidenschaft, die Ornitholigie zu seinem Beruf. Und in diesem Fach war er ein wahrer Meister: seine Monographien über die heimische sowie exotische Avifauna sind heute noch erfolgreich.

Zur Welt kam John Gould am 14. September 1804 in Lyme, England. Durch den Einfluß seines Vaters, einem Gärtner in den Königlichen Gärten von Windsor, lernte der junge John Gould erst das Gärtnerhandwerk, bevor sich seine Leidenschaft für die Ornithologie bis nach London herumsprach. Dort konnte er von der damals neu gegründeten »Zoological Society« für die Pflege ihrer Vogelsammlung gewonnen werden.

1829 heiratete er die hochbegabte Künstlerin Elizabeth Coxen, die sicherlich einen starken Einfluß auf die weitere Entwicklung des jungen Gould ausübte. Als er eine Sammlung von Vögeln aus dem Himalaya angeboten bekam, plante er die erste Veröffentlichung mit Illustrationen der Vögel, seine Frau kümmerte sich dabei um die Drucke. Die Drucke sind Lithographien, die nachträglich mit Wasserfarben coloriert wurden.

Gould war nicht nur ein begeisterter Ornithologe sondern auch ein cleverer Geschäftsmann: alle seine Publikationen, die er selber verlegte, wurden auch ein kommerzieller Erfolg. Es folgten Werke über Tukane, Trogons, Kolibris und Feldhühner der amerikanischen Avifauna. Eine Reise durch Australien und die dortige andersartige Welt der Beuteltiere faszinierten ihn so sehr, dass er sich zu einer Monographie über die Beuteltiere hinreissen liess.

1841 starb seine Frau Elizabeth, die nur 37 Jahre alt wurde. Nichtsdestotrotz arbeitete Gould so erfolgreich weiter wie zuvor: er illustrierte die Finken der Galapagos Inseln für Charles Darwins Reisebericht mit der Beagle. 1843 wurde der ehemalige Gärtnergehilfe in die »Royal Society« aufgenommen.

In seiner weiteren Arbeit widmete sich Gould mehr den Vögeln seiner Heimat. Zwischen 1862 und 1873 veröffentlichte er »Birds of Great Britain«. Dazu scharte er wieder einige der fähigsten Künstler seiner Zeit um sich, so Henry Constantine Richter, William Hart und den deutschen Joseph Wolf. Im Jahr 2000 erschien bei dem französischen Verlag »Bilbliothéque de l’Image« eine Auswahl der 367 Drucke, herausgegeben von Francis Roux und unter dem deutschen Titel »Die Vögel Europas von John Gould«.

John Gould starb am 3. Februar 1881 in London. Er hinterliess ein Werk von 10 großen Monographien mit insgesamt circa 3000 Drucken!

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