Zitronenmelisse, eine Heilpflanze, die schon im Altertum bekannt war

Zitronenmelisse, eine Heilpflanze, die schon im Altertum bekannt war

Ob es letztendlich die Griechen, Römer oder Araber waren, die uns die Zitronenmelisse (Melissa officinalis) gebracht haben, ist den unterschiedlichen Quellen nicht eindeutig zu entnehmen. Eines ist aber sicher: der Mensch nutzt diese Pflanzen schon seit Jahrtausenden.

Zitronenmelisse (Melissa officinalis)

Zitronenmelisse (Melissa officinalis)

Die Araber sollen die Zitronenmelisse (Melissa officinalis) nach Spanien gebracht haben, von dort fand sie dann ihren Weg zu uns. Andere Quellen beschreiben, dass die Römer das Kraut von den Griechen kennengelernt haben und sie über den gesamten Mittelmeerraum bis zu uns auf die Nordseite der Alpen verbreitet haben.

Die Zitronenmelisse ist ein mehrjähriges Kraut, sie wird ca. 80 cm hoch. Sie gehört zur Familie der Lippenblüter (Lamiaceae). Wie viele andere Mitglieder dieser Familie – zum Beispiel der Salbei – enthält sie zahlreiche ätherischen Öle, auf welche sich die medizinische Wirkung zurückführen lässt.

Ätherische Öle sind sehr flüchtig, so verliert die Zitronenmelisse sehr schnell ihr feines Aroma. Weitere Inhaltsstoffe sind Harze, Bitter- und Gerbstoffe. Weitere Namen der Zitronenmelisse sind Bienenkraut, Honigblatt und Herztrost.

Die Anwendungen als Arzneipflanze sind vielfältig und waren in alter Zeit nicht immer sinnvoll. Laut Plinius dem Älteren hilft sie bei Hysterie, Paracelsus setzte sie bei Herzleiden ein. Auch Hildegard von Bingen setzte auf die beruhigende Wirkung des Krauts und trank angeblich jeden Abend »der guten Träume wegen« einen Melissentee. Die beruhigende Wirkung gilt heute als wissenschaftlich anerkannt, darüber hinaus hat die Zitronenmelisse eine entzündungshemmende und antivirale Wirkung.

Heute findet die Zitronenmelisse vor allem in der Küche Verwendung. Ihr frisches, nach Zitrone duftendes Aroma verleiht Tees, Bowlen, Likören und Desserts einen feinen Geschmack. Da die Aromen leicht flüchtig sind, sollten nur frische Blätter verwendet werden, am besten direkt aus dem Kräutergarten. Imker schätzen die Zitronenmelisse als hervorragende Bienenweide. Der enge Bezug der Pflanze zur Imkerei zeigt sich an ihrem lateinischen Namen »Melissa«, der übersetzt Biene bedeutet, sowie den deutschen Namen Bienenkraut und Honigblatt.

Dr. Ferdinand Müller schreibt in seinem illustrieten Kräuterbuch über die Zitronenmelisse:

Frisch haben die Blätter einen erquickenden, lieblichen Zitronengeruch, der nach dem Trocknen noch schärfer wird und sich auch jedem wässrigen Aufgusse mitteilt. […] Sie geben einen angenehmen Thee, der Blähungen vertreibt und den Magen stärkt. Durch Destillation erhält man man daraus den Melissengeist, das Melissenöl und Melissenwasser, welches da angewendet werden, wo aromatisch reizende Mittel zu gebrauchen sind. Die Blätter machen auch einen Hauptbestandtheil des Karmelitenwassers und frisch des Maitranks aus.

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