Der Huflattich (Tussilago farfara)

Der Huflattich (Tussilago farfara)

Der Huflattich (Tussilago farfara) aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) gehört im Frühjahr mit zu den ersten Pflanzen, die blühen. Dabei erscheinen die leuchtend gelben Blüten vor den hufeisenförmigen Blättern. Die Pflanze gehört zu den alten Heilkräutern, sie war 1994 Heilpflanze des Jahres. Im Volksmund hat der Huflattich zahlreiche weitere Namen wie z.B. Breit- oder Brustlattich, Ackerlatsche, Esels- oder Rosshuf, Fohlenfuß und Hufblatt.

Hulattich (Tussilago farfara)

Hulattich (Tussilago farfara)

Der Huflattich wächst oft auf Brachland, vor allem auf Baustellen oder an Straßenrändern kann er recht häufig auftreten. Er liebt durchlässigen Boden sowie warme und trockene Standorte. Im Gebirge kommt er bis in Höhen von über 2.000 Metern vor. Seine Wurzelausläufer können bis zu 2 Metern lang werden.

Dank seiner schleimlösenden Inhaltsstoffe in den Blättern gehört der Huflattich zu einem der ältesten Hustenmitteln. So schreibt Herrmann Fischer in »Heilung durch die Natur« (vermutlich von 1920) zur Verwendung des Huflattichs:

Der Tee von Huflattichblättern und Blüten ist sehr gut für Husten und Katarrh und wird auch als Brusttee verwendet. Aus Kräuterbüchern: Huflattich dient gegen alle Leiden der Brust, Enge des Atems, Keuchen und Husten. Man mag die Blätter sieden und den Tee trinken oder das Pulver in süßem Wein einnehmen. Die Blätter auflegen; sie lindern die Hitze und heilen die Rose. Sie sind auch als Einlage bei Scheidenbrennen sehr zu empfehlen.

Nichtspektakulär, aber trotzdem schön: Huflattich (Tussilago farfara)

Nichtspektakulär, aber trotzdem schön: Huflattich (Tussilago farfara)

Bei einem solch alten Heilkraut wie dem Huflattich gibt es natürlich auch bei Dr. Ferdinand Müller in seinem Illustrierten Kräuterbuch einen ausführlichen Eintrag:

Gebrauch: Die fast geruchlosen Blätter werden im Mai bis Juni gesammelt und geben ein empfehlenswerthes Mittel bei Lungenleiden, Verschleimung der Lungen und der Halsader, Luftröhrenschwindsucht. Der frisch ausgepreßte Saft der Blätter wird 3-4 mal täglich je ein Löffel voll unter 1 Tasse Fleischbrühe oder warmer Milch genommen, welche Kur zwar im Frühlinge am erfolgreichsten zu sein pflegt, jedoch auch den ganzen Sommer fortgesetzt werden kann. Winters wird von den im Schatten gut getrockneten und sorgfältig aufbewahrten Blättern ein Thee mit Milch und Candiszucker bereitet, der nach Belieben gertunken werden kannn und dessen Genuß meistens von der erwarteten Wirkung begleitet ist. Im Zweibrückischen raucht man die Blätter statt des Tabaks. Der Rauch von den gedörrten und auf glühenden Kohlen gelegten Blättern vertreibt, in den Hals gezogen, den trockenen Husten und das Keuchen. Das frische Kraut zerdrückt oder das gedörrte leicht gekocht und auf hitzige Geschwüre und Entzündugen gelegt, leistet ausgezeichnete Dienste. Man kann auch ein Wasser daraus brennen, das gegen die Fallsucht der Kinder sehr gute Dienste leisten soll; man gibt vor und in dem Anfall je 1 Löffel voll.

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