Das Maiglöckchen oder auch die Maiblume (Convallaria majalis)

Das Maiglöckchen oder auch die Maiblume (Convallaria majalis)

Ein weiterer Vertreter der Spargelgewächse (Asparagaceae) ist das Maiglöckchen (Convallaria majalis). Dabei entspricht das Maiglöckchen wie auch der Salomonsiegel und die Traubenhyazinthe von seiner Erscheinung so gar nicht unserer Vorstellung eines Spargels. Es erinnert eher an eine für den Frühling typische Zwiebelpflanze.

Das Maiglöckchen (Convallaria majalis) Das Maiglöckchen (Convallaria majalis)

So schön die zarten Blütenrispen sind, die Frühlingsblume ist nicht ungefährlich: sie gehört zu den starken Giftpflanzen. Vor allem die Verwechselung mit dem von der Erscheinung her sehr ähnlichen Bärlauch (Allium ursinum) führt jedes Jahr zu Vergiftungen, sogar Todesfälle sind bekannt. Trotzdem ist das Maiglöckchen eine beliebte Zier- und Gartenpflanze. Und trotz der Giftigkeit gibt es zahlreiche Verwendungen der Frühlingsblume.

Dr. M. Fünfstück schreibt in seinem Botanischen Taschenatlas von 1894 über das Maiglöckchen:

Die Maiblume ist eine der beliebtesten Frühlings- Garten- und Topfpflanzen, daher bildet ihre Treiberei einen wichtigen Zweig der Handelsgärtnerei, namentlich für Berlin. Die getrockneten Blüten reizen zum Niesen, sie dienen deshalb zur Herstellung des bekannten Schnupftabaks.

Das Maiglöckchen (Convallaria majalis) Das Maiglöckchen (Convallaria majalis)

Giftpflanzen sind gleichzeitig oft auch Heilpflanzen, daher berichtet Dr. Ferdinand Müller in seinem Illustrieten Kräuterbuch (1886) ausführlich über das Maiglöckchen:

Ihr Geruch ist ungemein lieblich und theilt sich bei einer Destillation auch dem Wasser, Oel oder Essig mit. Das von frischen Blumen abgezogene Wasser ist erquickend und nervenstärkend; werden sie getrocknet und pulverisiert, so erregen sie Niesen auf angenehme Art, weshalb man sie auch mit Schnupftabak verwendet. Die Blumen hinterlassen saftige und rothe Beeren, welche abführende und krampfstillende Eigenschaften besitzen und daher bei Wechselfieber Anwendung finden. Durch Beimischung von etwas Kalk geben die Blätter eine dauerhafte grüne oder gelbe Farbe. In Gärten kommen auch gefüllte und röthliche Maiblumen vor, welche sich weit ausbreiten, jedoch einen fetten Boden und einen schattigen Standort verlangen. Blüthen, Wurzeln und Beeren schmecken widerlich bitter und etwas scharf. – Die getrockneten Blümchen pulverisiert und zum Schnupfen benützt, machen niesen, reinigen den Kopf, zertheilen den Schnupfen, heben Kopfweh. Die Wurzel hat die gleiche Wirkung und ist sehr wohlriechend. Aus den im Wein eingebeizten frischen Blumen wird ein Wasser destilliert, das eine vorzügliche Kopf- und Herzstärkung bildet und daher bei Schlag, Ohnmachten und schweren Krankheiten dem Kranken mit dem besten Erfolg in den Mund geträufelt wird; dabei kann man noch Stirn und Schläfe damit einreiben. Bei gewöhnlichem Ausgehen der Haare wird ihr Wachstum befördert, wemm man von Zeit zu Zeit gutes Maiblumenoel einreibt.

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