Meine Gartenplanung für 2015

Meine Gartenplanung für 2015

Der Winter ist ja keine so richtige Zeit für den Garten. Oder doch? Ohne Winter würde mir jedenfalls etwas fehlen, nämlich die Vorfreude auf die nächste Gartensaison. Aber wie überbrückt man diese stade Zeit? Zum Beispiel mit dem Schmökern von Gartenbüchern und der Planung für das kommende Gartenjahr.

Gemüsebeet im Winter

Gemüsebeet im Winter

Dabei ist der Begriff Gartenplanung in meinem Fall etwas überstrapaziert, den meist beschränkt sich meine Planung der Jahreszeit entsprechend auf einige gute Vorsätze. Und ein großer Vorsatz, den ich mir Jahr für Jahr vornehme, lautet: mehr Gemüse aus dem eigenen Garten.

Aber dieses Jahr! Denn meine Erfolge beim Anbau von eigenem Obst und Gemüse halten sich in Grenzen. Dabei ist es immer wieder ein Genuss, das eigene Gemüse frisch aus dem eigenen Garten in der Küche zu verwenden. Direkt aus dem Garten schmeckt es einfach deutlich besser. Das Gemüsebeet ist mit ca. 25 bis 30 qm recht klein und reicht bei Weitem nicht zur Selbstversorgung, aber mit einer etwas ernsthafteren Planung sollte sich doch etwas mehr Ertrag aus diesem kleinen Stück Land holen lassen. Dabei haben wir mit den verschiedensten Gemüsepflanzen und -sorten sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht.

Panorama vom Gemüsebeet

Kleiner Spaß am Rande: Eine Panoramaaufnahme vom Gemüsebeet

Was gut gedeiht

Die lohnenden Gemüsesorten im eigenen Beet:

  • Bohnen. Grüne Buschbohnen sind ein lohnendes und einfach zu ziehende Gemüse. Frisch aus dem Garten schmecken die Bohnen viel besser als ihresgleichen aus dem Supermarkt. Es sitzen zwar viele Schnecken unter den Blättern, aber die meisten Bohnen bleiben verschont. Wenn wir es jetzt noch schaffen, die Bohnen zeitlich versetzt zu pflanzen, hätten wir den ganzen Sommer über Nachschub.
  • Erdbeeren. Auch wenn die letzten beiden Jahre eher enttäuschend waren, so haben wir einige Jahre viele schöne Früchte ernten können. Vor allem so gut im Geschmack, dass wir seither keine Erdbeeren mehr kaufen. Wir haben bisher die Sorte Senga sengana angebaut, die letzte Neupflanzung dieser Sorte will aber nicht so richtig, die Pflanzen kümmerten im letzten Jahr nur vor sich hin. Wenn sie dieses Jahr wieder nicht wollen, kommen sie halt wieder raus.
  • Gurken. Zwei, drei Gurkenpflanzen genügen, um uns den ganzen Sommer mit frischen Gurken zu versorgen. Vom Geschmack her kein Vergleich zu den in Plastik eingeschweißten Dingern aus dem Supermarkt. Das Problem: man muss die kleinen Pflänzchen erst mal an den Schnecken vorbei in die Höhe bekommen.
  • Johannisbeeren. Mag ich gar nicht, gedeihen aber prächtig und liefern jedes Jahr eine reiche Ernte. Vielleicht doch mal auf die Suche nach einer sinnvollen Verwertung dieser Früchte machen.
  • Rhabarber. Seit Jahren versorgen uns zwei Rhabarber-Pflanzen jedes Frühjahr mit reichlich Stangen, die ausnahmslos zu Rhabarber-Kuchen verarbeitet werden.
  • Rucola. Die Gartenrauke gedeiht gut. Ich vermute, dass die Blätter dank ihrer Inhaltsstoffe den Schnecken doch zu extrem im Geschmack sind. Ich mag auch nur einige Blätter davon gemischt mit anderem Salat. Pur ist mir die Gartenrauke auch zu scharf.
  • Diverse Kräuter. Die Kräuter (Salbei, Thymian, Schnittlauch, Petersilie, Minze) wachsen einfach so vor sich hin und da man zum Kochen ja meist nur einige Blätter oder Zweige benötigt, fällt der Schwund durch die diversen Schädlinge nicht so auf.

Was gar nicht gedeiht

Die Liste der enttäuschenden Versuche ist leider genauso lang. Hauptursache sind die Schnecken, die so gut wie jede aufkeimende Saat fast ohne Ausnahme vertilgen.

  • Karotten, Pastinaken, Radieserl. Immer wieder versucht und kaum eine Pflanze bis zur Ernte gebracht. Katzen lieben die frisch angesäten Beete und benutzen sie vorzugsweise als Klo. Inzwischen decken wir die Beete mit Gitter oder Reisig ab, aber immer noch ohne Erfolg. Letztes Frühjahr haben wir festgestellt, das kleine Schnecken im Beet sitzen und sich die Keimlinge wohl direkt in den Mund wachsen lassen. Da ich keine Lust habe, das Gemüsebeet intensiv mit Schneckenkorn zu belegen (ich trau dem Zeug nicht), fehlt mir leider noch eine brauchbare Lösung. Ich möchte nun versuchen, die Beete mit einem Vlies abzudecken.
  • Lauch. Ein erster Versuch mit Lauch im letzten Jahr scheiterte leider. Der Samen ging zwar auf, aber nach dem Pikieren haben die kleine Lauche ihre weitere Entwicklung eingestellt. Da sie aber noch im Beet sind und trotz ihrer Größe (eigentlich Kleine) ganz gut aussehen, bekommen sie noch ein Jahr.
  • Salate. Den Salaten geht’s wie den Wurzelgemüsen, die Schnecken veputzen die gesetzten jungen Pflanzen über die Nacht nahezu rückstandsfrei. Einzige Ausnahme, die wir dieses Jahr entdeckt haben: Radiccio. Diese Pflanze scheint den Schnecken dann doch zu bitter im Geschmack zu sein. Dieses Jahr also viel Radiccio.
  • Tomaten. Tomaten sind so eine Sache, eigentlich gedeihen sie ganz gut, wenn man sich drum kümmert. Aber ich verpasse es jedes Jahr aufs neue, Tomaten am Fensterbrett vorzuziehen. Das ist nicht so schlimm, da wir meist von einer Nachbarin die überschüssigen Pflänzchen bekommen. Die stehen dann in Töpfen schön in der Sonne, aber unterm Dach. Das ist zur Vermeidung der lästigen Braunfäule zwar von Vorteil, aber bei länger anhaltenden Regenwetter vergesse ich dann doch meist, die Töpfe unterm Dach zu gießen. Wer läuft auch gerne bei Regen mit einer Gießkanne ums Haus? Jedenfalls ist die Ausbeute eher spärlich und nicht der Rede wert.
  • Pilze. Nicht im Gemüsebeet, aber direkt daneben mein gescheiterter Versuch einer Pilzzucht. Eigentlich sollten an den mit Pilzmyzel geimpften Baumstämmen Shiitake und Austernpilze wachsen. Aber seit drei Jahren passiert nichts. Ich denke, ich werde den Versuch dieses Jahr abbrechen. Eigentlich sollten sich die ersten Pilze nach ca. 6 Wochen, spätestens drei Monaten zeigen.
Pilzzucht, Shiitake-Pilze auf Buchenholz

Pilzzucht, Shiitake-Pilze auf Buchenholz: Meine mit Pilzemyzel geimpften Baumstämme.

Das größte Problem sind also die Schnecken, die einem jede Freude am eigenen Gemüse nachhaltig verderben können. Einen Schneckenzaun wollte ich mir bisher noch nicht leisten (da kann man sein Gemüse ja gleich im teuersten Biomarkt kaufen) und die Anschaffung von Laufenten für den Garten (meine favorisierte Lösung) scheitert (noch) am Rest der Familie, inklusive unserer Katze.

Bleibt für die diesjährige Gartenplanung also nur, die Auswahl auf die Gemüsesorten zu beschränken, die den Schnecken nicht schmecken. Schon ein wenig frustrierend.

Wer aber einmal eine vorbildliche Gartenplanung sehen möchte, sollte sich den aktuellen Blogbeitrag zum Thema Gartenplanung auf dem Freisinger Gartenblog ansehen. Diese Planung ist perfekt: www.freisinger-gartenblog.de/2014/11/gartenplan-2015. Aber die Planung ist das eine, die Umsetzung eine andere Sache. Verfolgt man den Freisinger Gartenblog regelmäßig (was unbedingt zu empfehlen ist), kann man auch da nur vor Neid erblassen.


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