Ein Garten für Insekten: Hortus Insectorum

Ein Garten für Insekten: Hortus Insectorum

Auf Facebook bin ich letztens über ein Projekt gestolpert, dass mich auf Anhieb begeistert hat: der Hortus Insectorum. Das ist ein privater, über 7.000 qm großer Garten, der vor allem dem Schutz der heimischen Tiere und Pflanzen dienen soll. Vor allem Wildbienen und Schmetterlinge habe es ihm angetan. Der Schöpfer dieses kleinen Paradieses, Markus Gastl, war lange Zeit mit dem Fahrrad in Nord- und Südamerika unterwegs (neben vielen anderen Reisen). Auf seinen Reisen entdeckte er die Natur, vor allem die Natur im Kleinen. Natur findet sich eben nicht nur in den großen Reservaten und Nationalparks, sondern Natur ist überall. Man muss sich halt die Mühe machen, sie zu sehen, sich notfalls auch einfach mal bücken. Mit dieser Erkenntnis startete er in Mittelfranken das Projekt Hortus Insectorum, die Anlage eines ökologischen Gartens. Ziel ist es neben dem Anbau von gesundem Obst und Gemüse auch die Förderung der einheimischen Flora und Fauna, vor allem der Insekten. Der unter ökologischen Gesichtspunkten bewirtschaftete Garten erhält sich dabei aus sich selbst heraus, keine zusätzlichen Dünger, Gifte oder andere „Schutzmittel“ werden verwendet. Aus den Erfahrungen und Beobachtungen in und mit seinem Garten hat Markus Gastl das Konzept des Drei-Zonen-Gartens entwickelt (dieses Konzept gibt er in dem gleichnamigen Buch weiter ). Schwerpunkt ist die Einhaltung der natürlichen Regelkreise, die in der modernen Landwirtschaft zugunsten hoher Erträge oft missachtet werden. Markus Gastl macht uns bewusst, dass es nicht genügt, nur den Schutz der Regenwälder in fernen Ländern zu fordern. Wir müssen vor allen bei uns, hier direkt vor der eigenen Haustüre beginnen, etwas für den Erhalt der Natur zu tun. Dabei zeigt er eindrucksvoll, dass auch der...
Spitzmorcheln im Garten?

Spitzmorcheln im Garten?

Letztens habe ich bei Freunden im Garten eine Ansammlung von Spitzmorcheln entdeckt. Die Spitzmorchel ist wie die Speisemorchel ein begehrter Speisepilz und kaum mit ungenießbaren oder giftigen Pilze zu verwechseln. Die Spitzmorchel (Morchella elata oder M. conica) gehört zu den Schlauchpilzen und in die Familie der Morchelverwandten (Morchellaceae). Am ehesten besteht bei den Spitzmorcheln die Gefahr einer Verwechslung mit der Frühlingslorchel oder auch Giftlorchel. Deren Hut ihres Fruchtkörpers ähnelt aber mehr einem Gehirn und ist nicht so gleichmäßig walzen- oder kegelförmig. Meinen Freunden wollte dann ich nicht ihre Morcheln aus ihrem Garten wegklauen (auch wenn ich vermute, dass sie die Pilze nicht essen werden), ich habe aber einen Pilz samt umgebendem Erdreich ausgestochen und in meinen Garten verpflanzt. Mal sehen, ob sich auf diese Weise eine eigene Pilzkultur mit Frühlingsmorcheln ansiedeln lässt. Ein anderes Experiment mit Pilzkulturen im eigenen Garten scheint dagegen gescheitert zu sein: Vor zwei Jahren (!) hatte ich zwei Baumstämme mit Pilzmyzel angeimpft. Einen Buchenstamm mit Shiitake und einen Stamm der Esche mit Austernpilzen. Bei beiden Stämmen konnte ich noch nicht feststellen, dass sich die gewünschten Speisepilze erfolgreich angesiedelt hätten. Mal sehen, einen Sommer bekommen sie noch. Ähnliche Beiträge Dieses Jahr wird es wohl nichts mehr mit frischen Pilzen Zwischenbericht über mein Pilzzucht-Experiment mit Shiitake und Austernpilzen Experiment: Pilzzucht im eigenen Garten mit Austernpilzen und Shiitake Buchtipp im Webshop von Florilegium Titel: Handbuch für Pilzsammler Autor: Andreas Gminder Verlag: Franckh-Kosmos Preis: 19,99...
Alle Jahre wieder: Komposterde sieben

Alle Jahre wieder: Komposterde sieben

Einmal im Jahr muss es sein: einen der beiden Komposthaufen auflösen und die frische Erde durchsieben. Den ganzen Tag Erde mit der Schaufel durch ein Sieb werfen, eine Knochenarbeit, auf die ich mich nicht unbedingt freue. Es gibt so Arbeiten im Garten, auf die freue ich mich gar nicht. Eine davon ist, einen der beiden Komposthaufen aufzulösen und die Erde einmal durchzusieben. Beide Haufen werden abwechselnd befüllt, einer reicht dabei für ungefähr ein Jahr. Dann darf er ein weiteres Jahr ruhen und er andere wird gefüllt. Aber vorher muss er natürlich erst geleert werden. Einen Tag lang wird die Erde gesiebt. Mit der Schaufel und von Hand. Aber die Arbeit und die späteren Rückenschmerzen lohnen sich. Die frische Komposterde wird in den Blumen- und Gemüsebeeten verteilt. So muss keine Erde eingekauft werden. Und da alle Grünabfälle auf den Kompost kommen, fällt auch weniger Müll an und es genügt eine kleinere Tonne. So eine Art Kreislaufwirtschaft im Kleinen. Buchtipp zum Kompostieren...
Trentham Gardens bei Stafford, Grafschaft Staffordshire

Trentham Gardens bei Stafford, Grafschaft Staffordshire

Aus Zufall hat sich letztens über Twitter ein Kontakt zur Verwaltung der Trentham Gardens ergeben. Dieser botanische Garten aus dem sechzehnten Jahrhundert und im italienischen Stil angelegt, liegt bei Stafford in der Grafschaft Staffordshire, den sogenannten Midlands von England. Das besondere an den Trentham Gardens: sie wurden in letzten Jahren komplett renoviert und teilweise in ihrem ursprünglichen Zustand wieder hergestellt. Seit seiner Entstehung hat sich der Garten unter den verschiedenen Leitungen immer weiter entwickelt. Zu den einflussreichen Gärtnern zählen Namen wie Charles Bridgeman, Capability Brown, Charles Barry oder Elizabeth Banks. Bewohnt wurde der Garten von den Dukes of Sutherland, die Trentham aber wegen zunehmender Verschmutzung durch die umliegende Industrie um 1900 herum verließen. Der Garten entwickelte sich danach zunehmend zu einem Naherholungsgebiet für die Arbeiter der benachbarten Fabriken. Allerdings verlor der Garten im Laufe der Jahre seinen ursprünglichen Charakter. 1995 wurde der Garten von einer Immobiliengesellschaft übernommen, die sich der Entwicklung des gesamten Anwesens annahm. Ziel war es, neben einem Einkauszentrum und einem Gartencenter den historischen Park sowie den Italienischen Garten in seiner ursprünglichen Fassung wieder herzustellen. Es dauerte allerdings bis 2003, bis die Arbeiten an diesem Projekt beginnen konnten, und dauerten bis zu ihrem Abschluss 10 Jahre. Funktioniert die Verbindung eines Einkaufszentrum mit einem streng formalen Garten? Die spannende Frage bei der Renovierung des Gartens war, ob der strenge formale Italienische Garten in Verbindung mit dem Einkaufszentrum und weiteren Attraktionen funktionieren kann. Der Einkaufspark verzeichnet jährlich ca. 3 Mio. Besucher, der Park mit seinen Gärten zieht 500.000 Besucher an. Aber der Spagat scheint gelungen. Die Anlage bietet für viele Geschmäcker etwas, für Erholung suchende Parkbesucher genauso wie für...
Südtirol: Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff bei Meran

Südtirol: Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff bei Meran

Bei Meran in Südtirol liegen die Gärten von Schloss Trauttmansdorff. Der gut 12 Hektar große botanische Garten bietet neben zahlreichen Themengärten einen Einblick in die Natur- und Kulturlandschaften aus aller Welt. Ein Schwerpunkt bildet dabei natürlich die Flora von Südtirol, die Dank des sehr begünstigten Klimas sehr vielfältig ist. Der Botanische Garten um das Schloss Trauttmansdorff wurde 2001 neu eröffnet und hat sich in wenigen Jahren zu einem Publikumsmagneten entwickelt. Die besondere Lage des Gartens am Hang lässt dabei die gesamte Anlage wie ein Amphitheater erscheinen. Ergänzt wird er Garten durch ein Museum, dass sich mit der Geschichte des Tourismus in Südtirol beschäftigt, dem Touriseum. Geboten werden dem Besucher ca. 80 Gartenlandschaften, die in 4 Gartenwelten zusammengefasst sind: Waldgärten Es werden Naturlandschaften gezeigt, die dem Klima Südtirols entsprechen: immergrüne und sommergrüne Laubwälder oder Nadelwälder. Zu sehen sind zum Beispiel Pflanzen wie Rhododendren, Pfingstrosen, Zierkirschen oder Farne. Sonnengärten Sie zeigen die Landschaften der Mittelmeerländer. Dabei beschränken sich die präsentierten Pflanzen nicht nur auf die ursprüngliche mediterrane Vegetation wie Stein- und Korkeichen, Zitrusfrüchte, Feigen oder Oliven, sondern auch viele Pflanzen, die in den letzten Jahrhunderten dort angesiedelt wurden, wie zum Beispiel Aloen, Agaven und Kakteen. Wasser- und Terrassengärten Der Schwerpunkt liegt auf der europäischen Gartenkultur mit seiner vielfältigen Geschichte. Diese reicht vom italienischen Garten der Renaissance bis zum englischen Cottage-Garten. Gezeigt werden so beliebte Pflanzen wie Pfingstrosen, Rosen, Passionsblumen, Clematis sowie Seerosen und Lotosblumen. Kulturlandschaften Südtirols Die heimische Vegetation Südtirols darf natürlich nicht fehlen: traditionelle Streuobstwiesen mit alten Obstsorten, für die Gegend typische Bauerngärten oder ein natürlich gewachsener Flaumweichenwald. Diese Gartenwelten beherbergen zudem verschiedene Pavillons, in denen die Beziehung zwischen den...
Insektenhotel als Nisthilfe für Wildbienen und andere Insekten

Insektenhotel als Nisthilfe für Wildbienen und andere Insekten

Ein Insektenhotel für Wildbienen hat im Garten schon lange gefehlt. An einem der letzten verregneten Sonntage habe ich einige Holzreste zusammengetragen und einfach mal drauf losgezimmert. Im Internet findet man zahlreiche Bauanleitungen von Nisthilfen für Insekten. Man findet solche Bienen- oder Insektenhotels in allen möglichen Farben und Formen auch zum Kaufen, aber mehr Spaß macht es natürlich, man baut es sich selbst. Bei dem hier vorgestellten Modell eines Insektenhotels habe ich mich mehr von den verfügbaren Holzresten und den Materialien inspirieren lassen, die im Garten zu finden waren. Als einzelne Wohnungen wurden eingerichtet: zwei Tonziegel (die Löcher zum Teil mit Schilfhalmen gefüllt), ein Fach mit Schilfhalmen, zwei Buchenholzklötze mit gebohrten Löchern, ein Tonklumpen mit Löchern sowie ein Schälchen mit gesammelten Schneckenhäusern. Das Insektenhotel ist an der nach Süden ausgrichteten Hauswand aufgestellt. Der Abstand des untersten Faches zum Boden ist ca. 60 cm, ein Wert, den ich in einer der zahlreichen Beschreibungen im Internet gefunden habe. Ich bin gespannt, ob und wer da über den Sommer so einziehen wird. Webseiten mit ausführlichen Bauanleitungen findet man z.B. bei: NABU: Insekten-Nisthilfen selbst anfertigen LBV: Insektenhotel selbst bauen Lesetipp zum Thema Wildbienen Wildbienen Paul...