Pfingstrosen oder Päonien

Pfingstrosen oder Päonien

Letzten Sonntag habe ich den Staudensichtungsgarten Weihenstephan bei Freising besucht. Für die Blüte der Pfingstrosen war ich leider noch etwas zu früh, denn viele dieser beliebten Gartenpflanzen hatten nur dicke, kugelige Blütenknospen zu bieten. Trotz der wenigen blühenden Exemplare hat sich der Besuch aber trotzdem gelohnt.

Pfingstrosen gehören inzwischen mit zu meinen Lieblingsblumen im Garten. Einziger Nachteil ist allerdings, dass die schweren, barocken Blüten sich nach jedem Gewitter erst einmal Richtung Boden neigen. Die ersten Pfingstrosen, die ich pflanzte, war die Gewöhnliche oder Bauernpfingstrose (Paeonia officinalis). Der Name klingt etwas abwertend, ist aber wohl eher der Tatsache geschuldet, dass diese heimische Pfingstrosenart bereits seit Jahrhunderten in unseren Gärten, und damit vor allem in Bauerngärten kultiviert wird.

Pfingstrose, Paeonia

Bauernpfingstrose (Paeonia officinalis)

Inzwischen sind aber einige weitere Sorten hinzugekommen, die ich im Laufe der Zeit von Nachbarn, Freunden oder Verwandten geschenkt bekommen habe. Welche Sorten das genau sind, kann ich nicht sagen. Es dürften aber alles Sorten oder Hybriden der aus Asien stammenden Chinesischen Pfingstrose (Paeonia lactiflora) sein. Jedenfalls sind es alles sehr dankbare, treu blühende Sorten, zumindest solange man sie an ihrem Standort in Ruhe lässt.

Pfingstrose, Paeonia

Weißblühende Pfingstrose, Paeonia

Erwähnenswert ist noch, dass es neben den krautigen Pflanzen auch die stauchartige Form der Strauch- oder Baumpäonien (Paeonia suffruticosa) gibt, die auch aus China stammt. In Asien wie bei uns gelten Pfingstrosen zudem als Heilpflanzen. So sollen sie unter anderem gegen Gicht, Fieber oder Epilepsie helfen. Bereits Hildegard von Bingen beschrieb ihre Heilwirkung.

Pfingstrose, Paeonia

Pfingstrose, Paeonia

Dr. Ferdinand Müller schreibt in seinem illustrierten Kräuterbuch über die Pfingstrose oder auch Gichtrose (Auszug):

Der frische Samen bewirkt Erbrechen. Oft reiht man den Samen an Fäden und hängt ihn kleinen Kindern um den Hals, um das Zahnen zu erleichtern. – Diese Pflanze galt von jeher für ein Universalmittel gegen die fallende Sucht und schwere Roth, sowie Gichter der Kinder; es soll selbst dann wirksam sein, wenn man nur die Wurzel an den Hals hängt oder die schwarzen, glänzenden Körner mit Korallen an einen Faden reiht und den Kindern um die Arme bindet; es werden dadurch auch alle Uebel verhütet, welche durch einen plötzlichen Schrecken entstehen könnten. Zum gleichen Zwecke legt man das Kraut samt der Blüthe in die Wiege. Die Wurzel in Wein gesotten und davon getrunken ist gut gegen die laufende Gicht, Krampf und Stein; gepulvert und in Rautenwasser eingenommen widersteht sie der Pest. Die Blätter der einfachen Pfingstrose sind auf alte Schäden und erforene Glieder gelegt, außerordentlich heilsam.

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