Die Lampionblume (Physalis alkekengi)

Die Lampionblume (Physalis alkekengi)

Ein ungewöhnlicher Schmuck für den Garten im Spätsommer: die Lampionblume (Physalis alkekengi). Im August und September reift die Frucht verborgen durch einen lampionartigen Blütenkelch. Dieser leuchtet auffällig orange. Der Lampion löst sich im Laufe des Herbstes auf und gibt die dann reife, ebenfalls orange Frucht frei. Die Lampionblume gehört zu den Nachtschattengewächsen (Solanaceae), weitere Namen, die auch für die gesamte Gattung Physalis verwendet werden, sind Blasenkische oder Judenkirsche. Andere Namen, die ich noch gefunden habe, sind Judenhut oder Lorberelle.

Lampionblume (Physalis alkekengi) Lampionblume (Physalis alkekengi)

Georg Schlenker schreibt in seinem Buch »Botanische Streifzüge in Haus, Hof und Garten« über die Lampionblume:

Einen eigenartigen Zimmerschmuck bilden die getrockneten ballonartigen Früchte der an steinigen Abhängen wildwachsenden Judenkirsche, Physalis alkekengi, und der japanischen Ph. Francheti, bei jener Art mehr kugelig, bei dieser zierlich in die Länge gezogen. Der orange-scharlachrote Ballon wird vom bleibenden, fortwachsenden, zuerst grünen, dann gefärbten Kelch gebildet. In unreifem Zustand ist er giftig und schützt die Beere vor lüsternen Nagern; später lockt er solche an, indem die Ballonhülle durch Schwund des Zellgewebes gitterartig wird, und bietet ihnen die nun genießbare Frucht zur Samenverbreitung an, nachdem er jener oft noch als Luftballon zur Verbreitung durch den Wind gedient hat.— Ein seltener Fall!

In Dr. Ferdinand Müllers »Illustriertem Kräuterbuch« (1866) habe ich folgende medizische Verwendung der Lampionblume gefunden:

Die Frucht wirkt kühlend, treibt Harn und Gries ab, und ist daher besonders wirksam bei Nieren- und Blasenschmerzen. Noch kräftiger ist das im Okotber aus der Frucht gebrannte Wasser oder Wein, in welchem man die Frucht gähren läßt. Wer diese Frucht essen will, der darf sie nicht mit der bloßen Hand berühren, sonst wird sie so bitter wie Galle.

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